Landesdatenschutzbeauftragter: „Heimliche Spannervideos sind strafbar“

Nr.20200117  | 17.01.2020  | DSMV  | datenschutz-mv.de

„Heimliche Spannervideos verletzen den höchstpersönlichen Lebensbereich und sind strafbar“, sagt Heinz Müller, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern. „Die auf dem Festival ‚Monis Rache‘ offenbar benutzten Minikameras gibt es in allen möglichen Ausfertigungen. Sie können in einem Rauchmelder, einem Kugelschreiber oder auch einem Ladegerät versteckt sein. Aufnahmen solcher Kameras können im Grunde jeden von uns treffen.“ Müller warnt: „Auch, wenn sie auf dem freien Markt erhältlich sind, lassen sich Minikameras nicht datenschutzkonform betreiben“.

Auf dem Festival „Monis Rache“ in Tutow (Vorpommern-Greifswald) hat ein Mann Medienberichten zufolge Kameras auf den Toiletten versteckt und die Benutzerinnen gefilmt. Nach einer Recherche des ARD-Magazins „Strg_F“ hat er die Aufnahmen später geschnitten und auf Porno-Plattformen verteilt. Damit soll er fast 8000 Euro verdient haben.

Die Polizeiinspektion Anklam hat nach der Veröffentlichung der Reportage von Amts wegen eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die dortige Kriminalpolizeiinspektion hat inzwischen Ermittlungen wegen des Verdachts der Begehung von Straftaten nach §§ 184 und 201a Strafgesetzbuch sowie § 23 Kunsturheberrechtsgesetz aufgenommen. Die Polizei bittet Personen, die 2018 auf dem Festival waren, die Dixi-Toiletten benutzt haben und somit Betroffene dieser Tat sein könnten, Anzeige zu erstatten. Das könne auch online unter www.polizei.mvnet.de geschehen.

Der oberste Datenschützer des Landes nimmt den Sachverhalt sehr ernst. Seine Behörde werde alle in ihrem Zuständigkeitsbereich möglichen Maßnahmen ergreifen. Zunächst liege das Verfahren aber bei der zuständigen Staatsanwaltschaft.

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29.04.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

Zum Tag der Arbeit: „Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung endet nicht am Arbeitsplatz“

Anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai weist der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern (LfDI MV) auf die weiterhin bestehende gesetzliche Schutzlücke beim Datenschutz von Beschäftigten hin. Nach wie vor fehlt ein Beschäftigtendatenschutzgesetz. Insbesondere die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt eröffnet zunehmend weitergehende Möglichkeiten der Verhaltens- und Leistungskontrolle. Gerade im Beschäftigungskontext erzeugen Maßnahmen wie Videoüberwachung und GPS-Tracking erheblichen Überwachungsdruck. Jedoch muss auch am Arbeitsplatz das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Beschäftigen gewahrt werden.

23.04.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

Austausch zwischen Mitgliedern der DSK und spezifischen Datenschutzaufsichtsbehörden zu Beschwerden und „Digitale Gewalt“

Beim Austauschtreffen von Mitgliedern der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) und der spezifischen Aufsichtsbehörden am 22. April in Stuttgart diskutierten die Datenschützer_innen unter anderem über den in der vergangenen Woche vom Bundesjustizministerium vorgelegten Gesetzesentwurf „zur Stärkung des zivilrechtlichen und strafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt“. Dabei besprachen sie einordnend, wie Vorschriften der DS-GVO und angrenzender Bestimmungen des europäischen Daten- und Digitalrechts, wie dem Digital Services Act und der KI-Verordnung, Herstellung und Verbreitung von Deepfakes adressieren.

17.04.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

LfDI MV warnt vor Betrugsversuch: Unbekannte geben sich als Forschende aus, um an medizinische Informationen von Kindern zu gelangen

Beim Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern (LfDI MV) ist ein Hinweis eingegangen, wonach sich ein Verein mit einem vermeintlichen Forschungsvorhaben per E-Mail an Arztpraxen – vornehmlich Kinderarztpraxen – wendet und die Übermittlung von medizinischen Daten von Kindern anfragt. Erste Nachforschungen deuten darauf hin, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt.

16.04.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

LfDI MV zu Gast im Ostseestadion – Datenschutzaufsicht im Dialog mit der Praxis

Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) und des F.C. Hansa Rostock haben den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern (LfDI MV) zum diesjährigen Treffen der zuständigen Datenschutzbeauftragten am 16. und 17. April ins Rostocker Ostseestadion eingeladen.

02.04.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

Datenschutzkonferenz: Geplante digitale Ermittlungsbefugnisse gehen zu weit – Grundrechtschutz muss eingehalten werden

Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) kritisiert drei Gesetzesinitiativen der Bundesregierung zur Erweiterung digitaler Ermittlungsbefugnisse. Nach den Gesetzesplänen sollen die automatisierte Datenanalyse und der biometrische Abgleich mit Daten aus dem Internet in Strafverfahren sowie für die Polizeibehörden des Bundes zur Gefahrenabwehr eingeführt werden. In der vorgesehenen Form sind diese Befugnisse nicht mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar.

31.03.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

World Backup Day – Achtung Daten sichern!

Am 31. März 2026 ist auch in diesem Jahr wieder World Backup Day. Er soll daran erinnern, digitale Fotos, Videos und Dokumente durch Sicherheitskopien zu sichern. Denn sowohl privat als auch beruflich sind Daten mehr denn je zentraler Bestandteil des Alltags – und ihr Verlust mitunter folgenschwer.

27.03.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

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24.03.2026  | DSMV  | datenschutz-mv.de

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