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Facebook in der Schule? - Dezentrales Netz "PeerCon" als Alternative

Die aktuelle Diskussion in einigen Bundesländern zum Verbot der Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ als Kommunikationsplattform zwischen Lehrern und Schülern bzw. zwischen Lehrern untereinander wirft auch die Frage nach Alternativen auf. „Denn ein Verbot sollte gleichzeitig auch die Möglichkeit einer Alternative beinhalten“, so Reinhard Dankert, der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern. „Diese Alternative wollen wir künftig mit dem neuen, datenschutzgerechten Netzwerk „PeerCon“ bieten.“

Vor allem aus datenschutzrechtlicher Sicht ist von einer schulischen Nutzung sozialer Netzwerke, die Unternehmen wie Facebook und Google gehören, dringend abzuraten. Der Umgang mit personenbezogenen Daten von Lehrern und Schülern verstößt gegen deutsche Gesetze und europäische Datenschutz-Richtlinien. Im Zusammenhang mit Unterrichtsausfällen, Hausaufgaben und Prüfungsergebnissen werden personenbezogene Daten verarbeitet, mit denen sorgsam und vertraulich umgegangen werden muss.

Dankert räumt jedoch ein, dass soziale Netzwerke und die Art der Kommunikation aber kaum noch aus dem Lebensalltag wegzudenken sind, so dass ein Verbot an der Lebenswelt der Jugendlichen schlicht vorbeiginge. Und auch für die Lehrer können solche Netzwerke ein nützliches Instrument sein. Der Schulalltag könnte besser organisiert und für Schüler attraktiver gestaltet werden. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern können soziale Netzwerke zur Überwindung von räumlichen Hindernissen ein großer Vorteil sein.

Für diese Zwecke muss jedoch nicht zwangsläufig auf die weit verbreiteten, zentral organisierten sozialen Netze zurückgegriffen werden. Als Alternative bieten sich dezentrale soziale Netzwerke an, bei denen die Nutzer selbst entscheiden, wo sie ihre eigenen Daten speichern. „Wir erarbeiten derzeit ein alternatives Angebot, das auf dem dezentralen Netzwerk Friendica basiert“, so Dankert weiter. Dort behalten Nutzer die Kontrolle über ihre Daten und können sich in gewohnter Weise vernetzen und miteinander kommunizieren. Durch Schnittstellen zu Netzwerken wie Facebook wird den Jugendlichen der Wechsel zum neuen Netz erleichtert.

Die Idee für den Projektname „PeerCon“ (peer connection) hatten zwei Schüler während des vergangenen Medienscouts MV-Wochenendes. Erste Gespräche zur gemeinsamen Projektarbeit zwischen dem Landesdatenschutzbeauftragten, den Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Arbeit, Gleichstellung und Soziales fanden bereits auf der Arbeitsebene statt. Auch das Datenverarbeitungszentrum des Landes, die DVZ M-V GmbH, hat bereits seine Unterstützung bei der technischen Realisierung signalisiert.

Im Herbst soll das Projekt mit einer Pilotphase starten, für die einer oder mehreren Schulen die technische Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird, um „PeerCon“ zu testen. „Wir wollen mit „PeerCon“ eine rechtskonforme, datenschutzfreundliche Alternative zu Facebook & Co. anbieten, die gleichzeitig alle Vorteile etablierter sozialer Netzwerken bietet“, so der Landesdatenschutzbeauftragte.