Das Interesse an aktuellen Fragen des Datenschutzes hat in den vergangenen zwei Jahren bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie bei den öffentlichen Stellen des Landes weiter zugenommen. Das spiegelte sich auch wider am "Tag der offenen Tür des Landtages" und beim "Mecklenburg-Vorpommern-Tag" in Greifswald, wo viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch wahrnahmen.
Viele Institutionen haben mich gebeten, in Vorträgen und anderen Veranstaltungen zum Datenschutz zu informieren. Von besonderem Interesse waren dabei neben den datenschutzrechtlichen Grundlagen verschiedene Aspekte der Videoüberwachung, Fragestellungen aus dem Bereich des Patienten- und Sozialdatenschutzes sowie der Telemedizin und datenschutztechnische Aspekte der Telearbeit, der Internetnutzung, der Vernetzung, der Telekommunikation und der Revision.
Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass bei der Hoch - und Fachschulausbildung von Juristen, Informatikern und Verwaltungsfachleuten immer öfter Datenschutzthemen berücksichtigt werden. In den Fachbereichen Informatik der Universität Rostock sowie Wirtschaft, Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Wismar halten meine Mitarbeiter seit einiger Zeit regelmäßig Vorlesungen und führen Seminare insbesondere zu datenschutztechnischen Fragestellungen durch. Auch bei den jährlich stattfindenden Wirtschaftsinformatik-Tagen der Wismarer Hochschule ist meine Dienststelle regelmäßig mit Fachvorträgen vertreten. Mit angehenden Juristen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wurden im Rahmen eines Fachseminars technische und rechtliche Aspekte der Videoüberwachung diskutiert. Auch die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Güstrow hat Datenschutzthemen in ihr Fortbildungsprogramm aufgenommen. In zwei Seminaren haben meine Mitarbeiter Grundkenntnisse zu datenschutzrechtlichen und -technischen Fragen vermittelt. Des Weiteren haben sie beim IT-Forum Mecklenburg-Vorpommern, das regelmäßig an der Fachhochschule durchgeführt wird, Workshops durchgeführt und Vorträge gehalten.
Darüber hinaus ergaben sich noch weitere Möglichkeiten, die Aus- und Weiterbildung insbesondere im technischen Bereich zu unterstützen. Im Berichtszeitraum haben beispielsweise zwei Informatikstudenten der Hochschule Wismar mein Angebot angenommen, ihre Diplomarbeit zu datenschutzrelevanten Themen zu schreiben. Weiterhin konnten zwei Umschüler im Rahmen ihrer Ausbildung zum IT-Kaufmann erfolgreich ein dreimonatiges Praktikum in meiner Dienststelle absolvieren.
Der Bedarf an schriftlichem Informationsmaterial ist nach wie vor groß (Gesamtübersicht der Publikationen siehe Punkt 10). Die Loseblattsammlung "Gesetze und Verordnungen zum Datenschutz" ist Ende 2001 erneut vollständig überarbeitet worden. Erstellt wurden die Orientierungshilfen "Telearbeit" (siehe Punkt 3.18.3) und "Präsentation von öffentlichen Stellen im Internet" (siehe Punkt 3.17.4). Neben diesen Unterlagen sind auch alle Arbeitsmaterialien des Arbeitskreises "Technische und organisatorische Datenschutzfragen" (siehe Punkt 5) in meiner Dienststelle kostenlos erhältlich.
Zu einer wichtigen Informationsquelle für Bürger und Behörden hat sich das Internetangebot meiner Dienststelle entwickelt. Alle in Papierform vorhandenen Materialien stehen unter www.lfd.m-v.de zum Abruf bereit. Darüber hinaus sind dort Links zu den Angeboten meiner Kollegen vom Bund und aus den Ländern zu finden. Informationen können seit Ende 2000 auch über das so genannte Virtuelle Datenschutzbüro (www.datenschutz.de) erschlossen werden. Das Virtuelle Datenschutzbüro ist ein Angebot von deutschen und ausländischen Datenschützern im Internet. Es bietet Informationen rund um den Datenschutz, Diskussionsforen zu aktuellen Datenschutzthemen, und es ist eine Plattform für die Zusammenarbeit der Datenschützer.